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Wie steht es um die Medienkompetenz in der Medien- und Kommunikationsbranche?...
2007 

 
Wie steht es um die Medienkompetenz in der Medien- und Kommunikationsbranche?
"Alle wollen was von mir. Deshalb hab ich keine Zeit, meine Arbeit gut zu machen."
Article
German
17-Dec-2007
1
no details
Organisationsbüro für Markterfolg
Danziger Straße 205
D-10407 Berlin
+49-30-91688436
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Wie steht es um die Medienkompetenz in der Medien- und Kommunikationsbranche?
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Short description - Wie steht es um die Medienkompetenz in der Medien- und Kommunikationsbranche?

Wenn viel zu tun ist, können wir einfach nicht mehr jede E-Mail beantworten oder jemanden zurückrufen. Dafür bleibt keine Zeit. Schließlich verstehen wir es, wie Prioritäten zu setzen sind. Und transparent sind wir auch, denn so lernen Kunden, Projektpartner und Kollegen wie wichtig sie uns wirklich sind. Seit Jahren erzählen uns Trainer und „Wie macht man’s richtig”-Checklisten, wie wir im Geschäftsleben richtig kommunizieren: Zuhören, Fragen stellen, am Telefon vollständig und freundlich mit Vor-, Zu-, Firmennamen und Tagesgruß melden, versprochene Rückrufe und Termine einhalten, auf E-Mails innerhalb 12 Stunden mit Anrede, ganzen Sätzen und korrekter Orthographie antworten. Tun Sie’s?

Meine Erfahrung: die Minderheit tut es. Und gerade in der Kommunikationsbranche sitzt der blinde Fleck dort, wo es um die Folgen dieser transparenten Medien-Inkompetenz geht. Was ist von einer Agentur zu halten, die in ihrer Selbstdarstellung den lang erhofften Wechsel vom undifferenzierten Massenmarketing zum individualisierten Dialogmarketing propagiert, an E-Mail-Adressen mit „bewerbung@” Direct-Mails für Werbegeschenke sendet, keine Abmeldung aus dem Verteiler anbietet (rechtlich vorgeschrieben!) und auf den freundlichen Hinweis, im eigenen Interesse den Adresslieferant zu wechseln keine Antwort findet? Was ist von einem Medien-Projektmanager zu halten, der 100 ungelesene Mails im Posteingang von Tag zu Tag mitschleppt, dringende Anfragen nicht beantwortet, dafür aber Freitag um 21 Uhr unvorbereitet zurückruft, weil er meine „Nummer auf dem Display hatte und nicht wusste wer das ist”? 
Sollte ich so einem wirklich zutrauen, dass er Projekte managen kann und sich der Wirkung von Medien bewusst ist? Mindestens zwei Telefone, mehrere E-Mail-Adressen, Profilpflege bei Xing – das macht schon Stress. Aber wer den nicht managen kann, hat den Beruf verfehlt. Wissen doch alle, die bei den Medien, in Agenturen, in Marketing oder PR arbeiten, dass Meinungen und Einstellungen nicht nur von der Face-to-Face-Kommunikation geprägt werden sondern auch durch die mediale. Den Medien bedienen sie sich ja gerade, auf die Existenz der Medien basiert die gesamte Branche. Da gibt es einige, die offenbar nur in Quasi-Prüfungssituationen gut sind: Kennenlern-Treffen, Verhandlungen oder Pitches. Wenn es um die Einhaltung von Versprechungen geht, dann wartet man tagelang auf sofort versprochene Mails. Aktive Kontaktpflege wird beschränkt auf die Aussendung eines allgemeinen Newsletters, der die Botschaft übermittelt „Herzlichen Grlückwunsch! Du bist einer von 100.000 Datensätzen”. 
Man möchte Botschaften verbreiten und verankern und leistet seinem Unternehmen einen derartigen Bärendienst, wenn sie die Menschen denen sie die kalte Schulter zeigen nicht als Multiplikatoren begreift. Viele Unternehmen verstehen unter Kommunikation nur den verkaufsseitigen Botschaftstrichter.

Für den Rückkanal schotten sich die Leistungsträger mit so genannten Servicerufnummern mit Warteschleife, Operator, mangelhaft ausgebildeten und noch schlechter bezahlten Call Center Agenten sowie info@-E-Mailadressen ab. Kleinere Unternehmen haben statt der Servicerufnummer die „Zentrale mit der Null am Ende”. Das ist der Status Quo. „Wie macht man’s richtig” und Handbücher zu den Mindestanforderungen an eine Unternehmenskommunikation gibt es mehr als man lesen kann. Ich kann nur dazu anregen, sich als Mensch das was dort drin stehen auch zu Herzen zu nehmen. Professionell ist, wenn man das was man tut richtig tut und nicht wenn man ganz viel tun könnte, aber nicht dazu kommt, weil man es „nicht auf die Reihe kriegt”.